Überleben
Mensch Nico.
Nico Semsrott ist Mensch, Lebensqualitäter, Kabarettist, Kritiker, Journalist, Moderator, Gewinner des NDR Comedy Contests, Schriftsteller, Referent, Stipendiat der renommierten Stiftung Silver Spoon, und vor allem: Ein Künstlername.
Ansonsten schmückt er sich aber auch gerne mit allen anderen Berufsbezeichnungen, die nicht geschützt sind.
Auf der Bühne.
Semsrott, Nico. Mit über 70 Siegen seit 2008 einer der erfolgreichsten deutschen Poetry Slammer der vergangenen beiden Jahre. Gewann 2009 aus Mangel an Alternativen den NDR Comedy Contest. Vierter bei den deutschsprachigen Slam-Meisterschaften 2009 in Düsseldorf.
Auftritte im Quatsch Comedy Club Berlin, Comedy-Bühnen, Lesebühnen und Poetry Slams. Arbeitet gerade an seinem ersten abendfüllenden Soloprogramm. Hat schon die ersten fünf Minuten fertig.
Im Fernsehen.
Je ein Auftritt bei Kurt Krömer in der ARD und bei Giacobbo / Müller im SF 1. Sieben Auftritte bei extra 3 im NDR. Zwei Auftritte beim NDR Comedy Contest. Zwei Auftritte bei Slam Tour mit Kuttner auf SAT 1 Comedy.
Das sagen die anderen:
„Ein Olympiastadion wird Nico Semsrott niemals füllen – dafür ist er zu gut. Seinen messerscharfen Zynismus sehen wir weiterhin auf der Bühne (…). Und irgendwann bei der Preisverleihung des Prix Pantheon.“ (PRINZ Hamburg)
“Zum Heulen komisch” (uMag)
“Wenn Ihnen der Name Semsrott irgendwo auffällt: Gehen Sie hin!” (kulturnews)
“Ohne-einen-Blick-ins-Publikum-vom-Zettel-Vorlesen auf allerhöchstem Niveau.” (unser-luebeck.de)
„So richtig drehten die Zuschauer erst bei Gast Nico Semsrott auf.“ (Augsburger Allgemeine)
„Der Loser war der Gewinner des Abends.“ (Saarbrücker Zeitung)
„Ein Auftritt, der unter die Haut ging. Und das will im Bereich der Kleinkunst schon was heißen.“
(Ibbenbürener Zeitung)
Lebensspaziergang. Bloß keine Hektik.
06.2005: Hochschul-”Reife”
06.2006: FSJ-Kultur bei der Jungen Presse Hamburg fertig.
10.2006: Beginn des Studiums der Soziologie und Geschichte.
11.2006: Nee, doch nicht. Vollzeit-Ehrenamtlicher bei FREI & WILLIG
04.2007: Aufwachen aus dem Winterschlaf
07.2007: Praktikum bei zuender.zeit.de vorbei
09.2007: Ab jetzt mit Texten auf Bühnen unterwegs
03.2008: Schluss als Vollzeit-Ehrenamtlicher bei FREI & WILLIG
09.2008: Zwei Monate Praktikum bei Satiremagazin SPIEGEL ONLINE vorbei
05.2009: Praktikum beim Nachrichtenmagazin extra 3
Bis heute: Ausprobierer und Lebensqualitäter.
Hmm, lecker: Preiselbeeren.
1993-1997: Teilnehmerurkunde bei den Bundesjugendspielen
01.2005: Beste Schülerzeitung der Hamburger Gymnasien
06.2005: SPIEGEL-Schülerzeitungswettbewerb – Foto: 8. Platz
01.2006: Bertini-Preis für junge Menschen mit Zivilcourage
01.2006: Zweitbeste Schülerzeitung der Hamburger Gymnasien
05.2006: SPIEGEL-Schülerzeitungswettbewerb – 2. Platz
11.2006: Förderwettbewerb “Kindergerechtes Hamburg”
11.2007: Start des ersten eigenen Wettbewerbs: “MACH DICH FREI!”
07.2009: Gewinner des NDR Comedy Contests 1
Über Leben.
Erzogen von geistlich behinderten Lehrern an einer katholischen Ordensschule im eiskalten Herzen Hamburgs, zog es den kleinen Nico schon in jungen Jahren in die weite Welt hinaus. Gottes Willkür weiterhin hilflos ausgeliefert, landete er im sowohl materiell als auch intellektuell ärmsten Bundesstaat der USA: Mississippi. Dort bekam er am eigenen Körper zu spüren, wie systematisch und gründlich (in diesem Fall: christlicher) Fundamentalismus jedem Menschen das Leben versaut.
Aus dieser Hölle auf Erden geflüchtet, sah er zu Hause die Welt mit anderen Augen. Er gründete eine Schülerzeitung, welche von seiner Schulleiterin verboten wurde – denn für sie waren Jesus und Meinungsfreiheit Gegensätze.
Obwohl sie Regimegegnern wie ihm mit Schulrausschmiss drohte, überlebte er auch diese psychische Folter wie durch ein Wunder. Er wurde hochschulreif, zahlte für seinen Abschluss jedoch einen hohen Preis. Bis heute leidet er unter den Folgen brutaler Ereignislosigkeit in 13 Jahren Unterricht.
Als Heimatloser mit Diktaturerfahrung versucht der kleine Nico seitdem, seine gewonnene Unabhängigkeit zu bewahren. So will er beispielsweise mithilfe empirischer Untersuchungen herausfinden, ob ein starkes Rückgrat im Kampf um die genetische Pole Position nicht doch von Vorteil sein kann.
Sollte ihm der Beweis wider Erwarten nicht gelingen, wird er versuchen, sich in falscher Bescheidenheit zu üben. Plan B lautet dementsprechend: In Würde scheitern.
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